Die Arbeitsgruppe Wertschöpfungssystematik ist am Laboratorium Fertigungstechnik (LaFT) der Helmut-Schmidt-Universität angesiedelt.

Ausrichtung der Arbeitsgruppe
Die AG Wertschöpfungssystematik befasst sich mit dem Wandel der ökonomischen Umwelt. Prägend sind die globale Vernetzung, dynamische Märkte und Wertschöpfungsnetzwerke, steigende Granularität von Wertschöpfungsprozessen, zunehmend intangible Wertbestandteile in Produkten, die Betrachtung von Wissen als Schlüsselressource als auch die Verbreitung und Weiterentwicklung von personal digital fabrication tools.

Aus diesen Veränderungen ergeben sich neue Anforderungen an Unternehmen, speziell bezogen auf ihre Fähigkeit zur Kooperation, Absorption, Gestaltung und Koordination von effizienten Wertschöpfungsnetzwerken. Dabei müssen die Koordinationskosten in einem angemessenen Verhältnis zur Reaktionsfähigkeit stehen.

Offenheit_zunehmend

Forschungsthemen:

  • Wertschöpfungstheorie,
  • Angewandtes Kooperations- und Wissensmanagement in Bezug auf komplexe Organisationsstrukturen und Bewältigung hoher Wissensverluste durch organisationsbedingte personelle Fluktuation
  • Operationalisierung von Offenheit in neuen Wertschöpfungsmodi: Open Innovation und Communities of Practice, Mass Collaboration und Crowdsourcing,
  • Fortentwicklung von Produktionssystemen zu Wertschöpfungssystemen, Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle
  • Kooperationsorientierte Industrialisierung

Beispielhafte Projekte der Arbeitsgruppe Wertschöpfungssystematik

Entwicklung eines Wissensmanagementsystems für das Luftfahrtcluster Hamburg Aviation

Das BMBF-Projekt stellte die Arbeitsgruppe vor die Herausforderung ein Wissensmanagementsystem für eine große Anzahl sehr heterogener Akteure, Strukturen und Wissensbestände unter Berücksichtigung von geschlossenen Unternehmensgrenzen, Schutz von wettbewerbsrelevanten Ressourcen und Machtasymmetrien zu entwickeln. Zur Problemlösung wurden ein neutraler Netzwerkintermediär etabliert, neutrale Strukturen zur Kollaboration (Standards, gemeinsame IT-Infrastruktur) bereitgestellt und ein Konzept für Early Innovation Groups sowie ein virtuelles Tech Center entwickelt.

Ressort-Projekt: Angewandtes Wissensmanagement für die Bundeswehr

Den Herausforderungen einer komplexen Organisationsstruktur mit zivilen und militärischen Elementen, hohen Wissensverlusten durch organisationsbedingte personelle Fluktuation, dem andauernden Reformprozess der „Neuausrichtung“ wird durch die Zielsetzungen eines organisatorischen Gedächtnisses zur Erfahrungswerterhaltung, einer aufgabenangemessenen Transparenz und der Integration von Prozess- und Wissensmanagement begegnet.

Kompetenzzentrum Neue Materialien und Produktion

Der CFK Valley e.V., das Laboratorium Fertigungstechnik (Helmut-Schmidt-Universität Hamburg), das Transferzentrum Elbe Weser, das HIWW Hamburger Institut für Wertschöpfungssystematik und Wissensmanagement und die Süderelbe AG sind die Verbundpartner des Projektes „Kompetenzzentrum Neue Materialien und Produktion“. Diese Verbundpartner unterstützen durch finanzielle Beteiligung, Bereitstellung von Mitarbeiterressourcen, Beratungsleistungen und sind die Entwickler und Umsetzer des zu etablierenden Innovations- und Business Development Prozesses in der Region.

Forschungsantrag: OpenLabs

Ein vereinfachter Zugang zu Produktionsmitteln und eine größere gesellschaftliche bzw. individuelle Teilhabe an Wertschöpfungsprozessen können dem Entfremdungsprozess des Menschen von direkten Wertschöpfungsprozessen aktiv entgegengewirken sowie das Problembewusstsein und die Reflektion ökologischer Auswirkungen menschlichen (Wertschöpfungs-) Handelns stärken. Im geplanten Forschungsprojekt werden Produktionsstätten als OpenLabs bezeichnet, die einen offenen und einfachen Zugang zu kostengünstigen Produktionsmitteln bieten (z.B. 3D-Druck-Technologien, kleine, komplexitätsreduzierte Fertigungs- und Bearbeitungsmaschinen) und deren Nutzung explizit fördern und vermitteln.